15.09.2010


   

 Märklin Ae 8/14


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Decodertausch bei der Märklin Ae 8/14

Die Ae 8/14 - eine gewaltige Maschine - wird von Märklin mit zwei Hochleistungs-Motoren ausgeliefert, eine in jedem Lokteil. Beide Motoren werden von einem Decoder angesteuert.

Schön, aber mit Fehlern: Die zweimotorige Ae 8/14 von Märklin weist Mängel auf bei der Elektronik.

Dieser Decoder hat einige Nachteile. Zum einen wird die Fahrtrichtung nicht gespeichert. (Der Decoder-Chip 711.13 kennt keine absolute Fahrtrichtung.) Zum anderen hat der Decoder erheblich Mühe damit, beide Motoren synchron zu betreiben. So kommt es etwa beim Übergang in eine Steigung vor, dass der eine Motor schleudert, während der andere dabei stillsteht. Die Lok bleibt dadurch stehen. Dies ist natürlich sehr störend, denn eine schwere, zweimotorige Lok sollte eigentlich mehr Zugkraft haben als eine einmotorige, und nicht weniger. Vielleicht ist auch dieser Effekt mit ein Grund, dass es immer wieder zu Defekten an den Endtransistoren des Decoders kommt. Diese Bauteile - Zetek 1001 - sind wiederum nicht einfach zu beschaffen und müssen meist durch Ersatztypen ersetzt werden.

Bei meiner Lok war es soweit: Einer der Motoren lief nur in eine Richtung: Decoder defekt. Da ich aus oben erwähnten Gründen die Lok sowieso umbauen wollte, war jetzt die Gelegenheit dazu gekommen. Die Lok sollte mit einem modernen Decoder ausgerüstet werden, welcher in der Lage ist, beide Motoren direkt anzusteuern, ohne zusätzliche Verstärker. Der neue LokPilot v3.0 schien mir hier geeignet.

Spezielle Anforderungen

Ein einfacher Decodertausch ist bei dieser Lok aber nicht ohne weiteres möglich. Zum einen müssen noch Widerstände und Dioden für die LEDs (Leuchtdioden) eingebaut werden, zum anderen müssen alle Litzen zur zweiten Lokhälfte verdrahtet werden. Was noch zusätzlich hinzu kommt ist der Kontakt zum Pantografen sowie der Umschalter für Oberleitungsbetrieb. Ich habe deshalb eine passende Leiterplatte als Trägerplatine für den ESU Decoder (oder ein beliebiger Decoder mit NEM Schnittstellenstecker, zum Beispiel ein mfx  oder M4 Decoder) entwickelt, welcher exakt die gleichen Abmessungen hat wie der Originaldecoder. Auf dieser Leiterplatte sind die Vorwiderstände für die LED untergebracht, Dioden für den Lichtwechsel, ein Umschalter zum Betrieb mit Oberleitung, alle Anschlusspunkte für sämtliche Litzen sowie eine 8 polige Buchse für den Decoder (Schnittstelle nach NEM 652).

Der Originaldecoder weist an beiden Enden etliche Anschlüsse für Motoren und Beleuchtung sowie Schleifer und Masse auf.
Der Decoder ist eine Spezialausführung nur für diese Lok, dementsprechend teuer ist es als Ersatzteil.

 Hier ist der Decoder im eingebauten Zustand.
C Tipp: Wenn man ein Stück Tesastreifen um die schwarzen Litzen klebt, hat man später beim anlöten der einzelnen Litzen die richtige Reihenfolge derselben (links im Bild zu sehen).  

Umbau

Mit der neu entwickelten Leiterplatte ist die Umrüstung jetzt ein Kinderspiel.

Zuerst werden alle Litzen vom Märklin Decoder abgelötet und der Decoder nach entfernen der beiden Schrauben entfernt. Nun wird der 8 polige Stecker des ESU Decoders einfach in die Buchse der Trägerplatine eingesteckt und der Decoder mit einem Stück Montageband auf der unteren Seite derselben festgeklebt. Alle vorher abgetrennten Litzen werden nun an die Trägerplatine exakt an die gleiche Stelle angelötet, wie vorher beim Märklin-Decoder. Das ist der grosse Vorteil dieser Lösung, es müssen dadurch keine Litzen verlängert, gekürzt oder neu verlegt werden. Die Verdrahtung bleibt sauber und übersichtlich; keine Litzen, welche beim Zusammenbau gequetscht werden können, keine "fliegenden" Lötstellen.

Die Trägerplatine hat die gleichen Abmessungen wie der Originaldecoder. Auch die Kontaktfläche für den Pantografen sowie der Umschalter dazu sind vorhanden.

Rechts im eingebauten Zustand: Decoder einstecken, festkleben, Litzen anlöten und Trägerplatine festschrauben. Schon ist der Umbau erledigt. (Hier im Bild mit einem Prototyp der Leiterplatte)
 

Sicht von der Seite: Hier sieht man schön den ESU LokPilot mit dem Schnittstellenstecker.
Beide Teile verbunden: Der ESU steuert beide Motoren ohne Probleme.
Es wird nur die Decoder-Leiterplatte einer Lokseite getauscht, die andere Lokseite (hier im Bild die linke Seite) bleibt unverändert.

Fahreigenschaften

Mit den Standard-Einstellungen des Decoders wird schon eine recht passable Fahrkultur erzielt. Durch Optimierung der Parameter für die Regelung kann bestimmt noch mehr herausgeholt werden. Hier braucht es Geduld und ein gezieltes vorgehen. Die Lok ist aber nach wie vor recht laut, was auch durch das Metallgehäuse, welches als Resonanzkörper wirkt, hervorgerufen wird. Hier werde ich noch einige Versuche unternehmen.

Insgesamt sind die Fahreigenschaften aber deutlich besser als mit dem Original-Decoder. Das Problem mit einem stehenden und einem schleuderndem Motor tritt nicht mehr auf, und das ist ein enormer Gewinn!

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Letzte Änderung:

16.09.2006
15.09.2010

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