|







































 |
|
|
Decodertausch bei der Märklin
Ae 8/14
Die Ae 8/14 -
eine gewaltige Maschine - wird von Märklin mit zwei Hochleistungs-Motoren
ausgeliefert, eine in jedem Lokteil. Beide Motoren werden von einem Decoder
angesteuert.
 |
| Schön, aber mit Fehlern: Die
zweimotorige Ae 8/14 von Märklin weist Mängel auf bei der Elektronik. |
Dieser
Decoder hat einige Nachteile. Zum einen wird die Fahrtrichtung nicht
gespeichert. (Der Decoder-Chip 711.13 kennt keine absolute Fahrtrichtung.) Zum anderen hat der Decoder erheblich Mühe damit, beide Motoren
synchron zu betreiben. So kommt es etwa beim Übergang in eine Steigung vor,
dass der eine Motor schleudert, während der andere dabei stillsteht. Die Lok
bleibt dadurch stehen. Dies ist natürlich sehr störend, denn eine schwere,
zweimotorige Lok sollte eigentlich mehr Zugkraft haben als eine einmotorige,
und nicht weniger. Vielleicht ist auch dieser Effekt mit ein Grund, dass es
immer wieder zu Defekten an den Endtransistoren des Decoders kommt. Diese
Bauteile - Zetek 1001 - sind wiederum nicht einfach zu beschaffen und müssen meist
durch Ersatztypen ersetzt werden.
Bei meiner
Lok war es soweit: Einer der Motoren lief nur in eine Richtung: Decoder
defekt. Da ich aus oben erwähnten Gründen die Lok sowieso umbauen wollte,
war jetzt die Gelegenheit dazu gekommen. Die Lok sollte mit einem modernen
Decoder ausgerüstet werden, welcher in der Lage ist, beide Motoren direkt
anzusteuern, ohne zusätzliche Verstärker. Der neue LokPilot v3.0 schien mir
hier geeignet.
Spezielle
Anforderungen
Ein einfacher
Decodertausch ist bei dieser Lok aber nicht ohne weiteres möglich. Zum einen
müssen noch Widerstände und Dioden für die LEDs (Leuchtdioden) eingebaut werden, zum
anderen müssen alle Litzen zur zweiten Lokhälfte verdrahtet werden. Was noch
zusätzlich hinzu kommt ist der Kontakt zum Pantografen sowie der Umschalter
für Oberleitungsbetrieb. Ich habe deshalb eine passende Leiterplatte als
Trägerplatine für den ESU Decoder (oder ein beliebiger Decoder mit NEM
Schnittstellenstecker, zum Beispiel ein mfx
oder M4 Decoder) entwickelt, welcher exakt die gleichen
Abmessungen hat wie der Originaldecoder. Auf dieser Leiterplatte sind die
Vorwiderstände für die LED untergebracht, Dioden für den Lichtwechsel, ein Umschalter zum Betrieb mit
Oberleitung, alle Anschlusspunkte für sämtliche Litzen sowie eine 8 polige
Buchse für den Decoder (Schnittstelle nach NEM 652).
|
 |
Der Originaldecoder weist an
beiden Enden etliche Anschlüsse für Motoren und Beleuchtung sowie
Schleifer und Masse auf.
Der Decoder ist eine Spezialausführung nur für diese Lok,
dementsprechend teuer ist es als Ersatzteil. |
|
Hier ist der Decoder im
eingebauten Zustand.
C
Tipp: Wenn man ein
Stück Tesastreifen um die schwarzen Litzen klebt, hat man später beim
anlöten der einzelnen Litzen die richtige Reihenfolge derselben (links
im Bild zu sehen). |
 |
Umbau
Mit der neu
entwickelten Leiterplatte ist die Umrüstung jetzt ein Kinderspiel.
Zuerst werden
alle Litzen vom Märklin Decoder abgelötet und der Decoder nach entfernen der
beiden Schrauben entfernt. Nun wird der 8 polige Stecker des ESU Decoders
einfach in die Buchse der Trägerplatine eingesteckt und der Decoder mit einem Stück
Montageband auf der unteren Seite derselben festgeklebt. Alle vorher abgetrennten Litzen werden nun an die
Trägerplatine exakt an die gleiche Stelle angelötet, wie vorher beim
Märklin-Decoder. Das ist der grosse
Vorteil dieser Lösung, es müssen dadurch keine Litzen verlängert,
gekürzt oder neu verlegt werden. Die Verdrahtung bleibt sauber und
übersichtlich; keine Litzen, welche beim Zusammenbau gequetscht werden
können, keine "fliegenden" Lötstellen.
|
 |
Die Trägerplatine hat die
gleichen Abmessungen wie der Originaldecoder. Auch die Kontaktfläche für
den Pantografen sowie der Umschalter dazu sind vorhanden. |
|
Rechts im eingebauten Zustand:
Decoder einstecken, festkleben, Litzen anlöten und Trägerplatine
festschrauben. Schon ist der Umbau erledigt. (Hier im Bild mit einem
Prototyp der Leiterplatte)
|
 |
|
 |
Sicht von der Seite: Hier sieht
man schön den ESU LokPilot mit dem Schnittstellenstecker. |
 |
Beide Teile
verbunden: Der ESU steuert beide Motoren ohne Probleme.
Es wird nur die Decoder-Leiterplatte einer Lokseite getauscht, die
andere Lokseite (hier im Bild die linke Seite) bleibt unverändert. |
Fahreigenschaften
Mit den
Standard-Einstellungen des Decoders wird schon eine recht passable
Fahrkultur erzielt. Durch Optimierung der Parameter für die Regelung kann
bestimmt noch mehr herausgeholt werden. Hier braucht es Geduld und ein gezieltes
vorgehen. Die Lok ist aber nach wie vor recht laut, was auch durch das
Metallgehäuse, welches als Resonanzkörper wirkt, hervorgerufen wird. Hier
werde ich noch einige Versuche unternehmen.
Insgesamt sind die Fahreigenschaften aber deutlich
besser als mit dem Original-Decoder. Das Problem mit einem stehenden und
einem schleuderndem Motor tritt nicht mehr auf, und das ist ein enormer
Gewinn!
|