04.09.2017



   

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Eisenbahn-Epochen

Um eine Anlage realistisch aussehen zu lassen, sollten die verwendeten Modelle (Rollmaterial, Autos, Häuser etc.) in der Wirklichkeit auch zur gleichen Zeit passen. Zum Beispiel passt ein ICE 3 kaum zu einer Dampflok, genau so merkwürdig sehe eine kleine Dampflok neben einem Sportwagen der 90er Jahre aus.

Um dies zu vereinfachen, wurde die Zeit seit Entstehung der ersten Bahnen in 5 Epochen unterteilt. Diese Unterteilung ist dabei nicht willkürlich gewählt, sondern markiert jeweils einschneidende Änderungen im Bahnwesen. Allerdings sind und waren die Übergänge immer fliessend, so dass einige Modelle zu zwei oder sogar mehr Epochen passen können.

Die Epocheneinteilung wurde wie folgt festgelegt (Auszug):

Epoche

Schweiz

Deutschland

Epoche I           

Bis ca. 1920      Privatbahnen
Von den Anfängen der Eisenbahn bis zum fast vollständigen Ausbau des Netzes.
Abschluss der Dampflok-Entwicklung
Beginn der Elektrifizierung.

Bis ca. 1920     Länderbahn-Epoche
Von den Anfängen der Eisenbahn bis zur Vollendung eines zusammenhängenden Streckennetzes.
Entstehung großer Staatsbahnnetze sowie zahlreicher Privatbahnen.

Epoche II

1920 – 1945     Nationalbahn SBB
Elektrifikation der meisten Linien.
Nebeneinander von Dampf- und Elektrobetrieb bei den SBB.

1920 – 1950     Reichsbahn-Epoche
Übernahme der deutschen Eisenbahnen durch das Reich.
Entwicklung von Einheitsbauarten für Lokomotiven und Wagen. Ausbau des elektrischen Zugbetriebs und Weiterentwicklung der Triebwagen.
Vereinheitlichung der Bau- und Betriebsvorschriften sowie der Fahrzeuganstriche und -anschriften.

Epoche III

1945 – 1970     Höhepunkte im schweiz. Elektrolokomotivbau
Restelektrifikation
Einführung Drehgestell-Hochleistungsloks und -Triebwagen in grossem Umfang
Ablösung der Dampflok im Rangierdienst durch Dieselloks.

1949 – 1970     Frühe Bundesbahn (D)- und Reichsbahn (DDR)-Epoche
Voneinander unabhängiger Aufbau und Modernisierung des Eisenbahnwesens in der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik.
Phase des Strukturwandels durch den Ausbau des Diesel- und elektrischen Zugbetriebs und allmähliche Abnahme der Dampflok-Zugförderung.
Entwicklung eines modernen Fahrzeugparks und neuer Sicherungstechnik.

Epoche IV

1970 - 1990      Modernisierung und Optimierungen
Betrieb mit Einheitsfahrzeugen, UIC-Beschriftung der Reisezugwagen.
Einführung R-Fahrleitung.

1970 – 1990     Späte Bundesbahn (D)- und Reichsbahn (DDR)-Epoche
Weitgehender Abschluss der Traktionsumstellung auf Diesel- und elektrischen Betrieb. Anwendung international vereinbarter Fahrzeug-Kennzeichnungen.
Neue Farbschemen beim Fahrzeugpark.

Epoche V

1990 – 2005    Moderne Bahn
Neues Nummernschema für SBB-Loks (vorerst nur neue Bauarten), Farbe für SBB-Regionalzüge blau/hellgrau, 1990 Inbetriebnahme S-Bahn Zürich mit Doppelstockzügen, bunte Güterwagen, Eurocity-Züge.
Beginn Netzausbau „Bahn 2000“ und „Alpentransit“ (Gotthard und Lötschberg-Basistunnel).

1990 – 2006    Epoche der Deutschen Bahn AG
Zusammenarbeit beider deutscher Staatsbahnen und Umwandlung in die Deutsche Bahn AG.
Einführung des ICE-Verkehrs.
An Einsatzarten orientiertes Farbkonzept beim Fahrzeugpark.

 

Epoche VI 2005 - heute
Rückbau der Güteranlagen bei zahlreichen kleineren Bahnhöfen in der Fläche und Ersatz von kleineren Bahnhofsgebäuden durch einfache Haltestellen-Überdachungen.
Einführung einer neuen Fahrleitungsbauart RE 230 bei den SBB.
Im Reisezugdienst weitestgehend Einsatz von Wende- oder Triebzügen, Ausrangierung Einheitswagen I und II und der Triebwagen aus den 60er Jahren; Farbschema weiss/schwarz auch bei den SBB-Fahrzeugen des Regionalverkehrs, Betrieb der S-Bahn Bern durch BLS, Ausgedehnter Einsatz von ausländischen Mehrsystemlokomotiven im Transit-Güterverkehr
Einführung 12-stelliger UIC-Nummern auch bei Triebfahrzeugen
Zunehmend Schallschutzwände an Hauptstrecken.
2007 – heute    Liberalisierter Schienenverkehr
Flächenmäßig kein einheitliches Farbkonzept und keine einheitlichen Erkennungsanschriften.
Rückbau von entbehrlicher Infrastruktur und stark rationalisierte Anlagen auf Nebenbahnen.
Empfangsgebäude sind nur noch in großen Städten vorhanden, bzw. werden dort durch die Bahnen genutzt, andere noch vorhandene werden privat genutzt.
Bahnanlagen für Personenverkehr sind in kleineren bis mittleren Stationen reduziert auf Haltepunkte mit Bahnsteigen aus Betonfertigteilen mit Zugängen über Rampen.
Auf ehemaligen Güterverkehrsanlagen oft Parkplätze für Kfz.
Personenverkehr weitgehend nur noch durch Triebwagen und als Wendezüge.
Auf Hauptstrecken zunehmend Beseitigung niveaugleicher Überwege.
Schallschutzwände an Hauptstrecken.

Während sich die meisten Modellbahner mit dieser Einteilung durchaus begnügen (können), wurden noch feinere Unterteilungen, die Perioden, hervorgebracht. Diese werden als kleine Buchstaben den Epochen "angehängt", also z.B. Epoche IIIb. Wie sinnvoll diese sind, und ob man sich bei seiner Anlage auf eine bestimmte Periode einschränken will, muss jeder für sich entscheiden.

Weitergehende Informationen finden Sie in den Normen Europäischer Modellbahnen, kurz NEM, herausgegeben vom Verband der Modelleisenbahner und Eisenbahnfreunde Europas (MOROP):

Eisenbahn-Epochen in Deutschland, NEM 806 D

Eisenbahn-Epochen in der Schweiz, NEM 804 CH

 

     

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Letzte Änderung:

  6.11.2003
04.09.2017

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