02.02.2006


   

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Rückmelder

Wozu Rückmelder?

Rückmelder dienen dazu, einer Steuerung die Position der Loks und Züge mitzuteilen. Aufgrund dieser Informationen kann die Steuerung entsprechende Entscheidungen treffen. Es kann sich dabei um eine Relais-Steuerung, eine elektronische Steuerung oder eine PC basierte Lösung handeln, in jedem Fall ist eine einwandfreie, zuverlässige Rückmeldung die Voraussetzung für einen reibungslosen Betrieb.

Hinweis:
Viele Rückmelder schalten im normalen Betrieb nur kurz: Beispielsweise wird bei Schaltgleisen nur kurz - nämlich beim Überfahren des Schalthebels mit dem Fahrzeugschleifer - der Kontakt geschlossen. Dieses Signal wird vielfach verwendet, um direkt Magnetspulen zu schalten. Ich rate dringend davon ab: falls eine Lok genau auf dem Schaltgleis stehen bleibt, ist die Magnetspule somit auch dauernd unter Spannung. Dies kann gewisse Spulen dann zerstören.

Arten von Rückmeldern

Reedkontakte

Ein Reedkontakt ist ein magnetisch betätigter Kontakt. Diese Elemente sind in einem Gas gefülltem Glasrohr eingegossen, die Anschlüsse sind an den Enden herausgeführt. Wird nun ein Magnet darüber gehalten, schliesst sich der Kontakt (=Schliesser). Es sind auch Ausführungen als Öffner und Umschalter erhältlich.

Einbau

Der  Reedkontakt wird meistens auf dem Gleis befestigt, die Anschlüsse isoliert durch das Schotterbett hindurchgeführt. Beim Mittelleiter-Gleis (Märklin) müssen die Reedkontakte zwischen Mittelleiter und einer Schiene platziert werden, an den Fahrzeugen muss dann der Magnet ebenfalls seitlich angeordnet werden. Somit werden nur Fahrzeuge in einer Richtung erkannt. Werden zwei Reedkontakte links und rechts des Mittelleiters angeordnet, können beide Fahrtrichtungen detektiert werden. Entweder die Kontakte einzeln zur Steuerung führen (unterschiedliche Funktion je nach Fahrtrichtung auslösen) oder parallel geschaltet als einzelner Kontakt zur Steuerung führen (gleiche Funktion auslösen unabhängig der Fahrtrichtung). An jedem Fahrzeug, welches den Kontakt auslösen soll, muss unten ein kleiner Magnet geklebt werden.

Vorteile Nachteile
- Leicht einbaubar, auch nachträglich

- Potentialfreier Kontakt, somit für jede Art Steuerung und jede Stromart geeignet.

- Da asymmetrisch angeordnet, kann die Fahrtrichtung bestimmt werden.

- Können praktisch an beliebiger Stelle platziert werden.

- Auswertung mit Standardkomponenten möglich (Fernschalter, S88 Rückmelder etc.).

- Ist auf dem Gleis sichtbar

- Rollmaterial muss entsprechend nachgerüstet werden (Magnete)

- Erfasst nur Bewegung (Momentkontakt)

- Um Anfang und Ende des Zuges zu erfassen, müssen die Lok sowie der letzte Wagen mit einem Magneten ausgerüstet sein. Dies ergibt dann zwei Impulse, welche die Steuerung entsprechend auswerten muss. Ausserdem kann dann der Zug nicht mehr beliebig umgestellt werden.

- Bei schneller Überfahrt können Impulse "verschluckt" werden.

- Nicht bei jedem Fahrzeug ist genügend Platz für ein Magnet vorhanden, ausserdem kommt schon bei einer Anlage mittlerer Grösse eine beachtliche Anzahl Magnete zusammen (Kostenpunkt).

 

Beispiel eines Reedkontaktes, hier ein Umschalter

 

Schaltgleise

Bei Schaltgleisen befinden sich zwei Kontakte unterhalb des Gleiskörpers. Diese werden durch einen Kunststoffhebel vom Schleifer der Fahrzeuge Richtungsabhängig betätigt.

Einbau

Diese Gleise müssen natürlich wie normale Gleise verlegt werden. Es sind aber nur für (kurze) Geraden sowie für die kleinen Radien (R1/R2 beim C-Gleis) entsprechende Schaltgleise vorhanden, der Einbau ist somit nicht überall möglich.

Vorteile Nachteile
- Die Fahrtrichtung kann bestimmt werden.

- Rollmaterial muss nicht nachgerüstet werden, ausser letzter Wagen wenn Erkennung der Zuglänge erforderlich.

- Auswertung mit Standardkomponenten möglich (Fernschalter, S88 Rückmelder etc.).

- Ist auf dem Gleis sichtbar, wenn auch nur minim.

- Nachträglicher Einbau schwierig.

- Erfasst nur Bewegung (Momentkontakt).

- Um Anfang und Ende des Zuges zu erfassen, muss der der letzte Wagen mit einem Schleifer ausgerüstet sein. Dies ergibt dann zwei Impulse, welche die Steuerung entsprechend auswerten muss. Ausserdem kann dann der Zug nicht mehr beliebig umgestellt werden.

- Nicht bei jedem Fahrzeug ist genügend Platz für ein Schleifer vorhanden.

- Was passiert, wenn einer der mittleren Wagen ebenfalls ein Schleifer (für die Innenbeleuchtung) hat?

- Potential gebunden: Der Kontakt (Anschluss der Gleise) wird bei Überfahrt gegen Masse geschaltet. Dies muss die Steuerung beherrschen.

- Der Schalthebel neigt zum Blockieren. Generell nicht sehr zuverlässig. 

 

Lichtschranken (eigentlich hier Lichttaster)

Man unterscheidet hier grob in zwei Typen: den Reflexionslichtschranken und den Einweglichtschranken.

Bei den Reflexionslichtschranken wird das Licht von einer Reflexionsfolie oder Reflektor an das Gerät zurückgeworfen. Es wird also nur ein elektronisches Bauteil benötigt (Sender und Empfänger in einem Gerät). Die Einweglichtschranke besteht dagegen aus zwei separaten Teilen: dem Lichtsender und dem Lichtempfänger. Die Gabellichtschranken sind Einweglichtschranken, bei welchen Sender und Empfänger einander gegenüberliegend mechanisch verbunden sind.

Durch diese unterschiedliche Anordnung der Sender/Empfänger ergeben sich grundsätzliche Unterschiede im Verhalten:

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Die Reflexionslichtschranken erfassen nur Objekte, welche das Licht reflektieren. Beispielsweise könnte man auf der unteren Seite einer Lok eine Reflektorfolie kleben, die Lichtschranke müsste in diesem Fall durch eine Öffnung in den Gleisen "nach oben" zeigen. Es wird nur die Lok erkannt.

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Die Einweglichtschranken erfassen alle Objekte, welche den Lichtstrahl unterbrechen. Es könnte also links des Gleises der Sender, rechts des Gleises der Empfänger montiert werden. Alle Fahrzeuge, welche diese Schranke passieren, werden erfasst (Lichtstrahl wird unterbrochen). Beachten muss man allerdings hierbei, dass zwischen den Wagen meist ein Unterbruch entsteht (Abstand von Wagen zu Wagen). Ausserdem ist es schwierig, die geeignete Höhe zu finden (Niederbordwagen etc.).

Funktionsweise der Reflexionslichtschranke... ... und der Einweglichtschranke.

Einbau

Wie oben beschrieben ist der Einbau recht aufwendig und schwierig. Einweglichtschranken müssen zudem noch getarnt werden (Büsche, kleines Häuschen etc.).

Vorteile Nachteile
- Rollmaterial muss nicht nachgerüstet werden.

- Keine beweglichen Teile.

 

- Ist auf der Anlage oder dem Gleis sichtbar.

- Nachträglicher Einbau u.U. schwierig.

- Aufwendige Auswertung des Signals. Ohne zusätzliche Elektronik keine befriedigenden Ergebnisse. Schalten durch Fremdlicht muss durch geeignete Massnahmen unterbunden werden.

- Erfasst nur einen bestimmten Punkt, keine Strecke.

- Potential gebunden. Die Auswerte-Elektronik hat eigene Speisung.

- Die Fahrtrichtung kann nicht bestimmt werden.

 

Kontaktgleise

Bei den Kontaktgleisen nimmt man den Vorteil des Dreileiter-Systems zu Hilfe, dass beide Schienen des Gleises für die Rückleitung verwendet werden.

Wenn nun einer dieser Schienen isoliert wird, verwendet die Lok eben nur die andere Schiene als Rückleitung. Beim Überfahren eines solchen Gleises mit einem beliebigen Fahrzeug wird nun die isolierte Schiene durch die Räder und Achsen mit der an Masse liegenden Schiene verbunden. Dies kann man genauso auswerten, wie bei den Schaltgleisen (auch da wird der Anschluss beim Überfahren mit Masse verbunden).

Einbau

Da es sich bei den Kontaktgleisen um mehr oder weniger normale Gleise handelt, ist der Einbau entsprechend. Nachträglicher Einbau, speziell nach dem Einschottern, schwierig.

Vorteile Nachteile
- Rollmaterial muss nicht nachgerüstet werden.

- Sehr günstig: Kontaktgleise können ohne zusätzliches Material aus normalen Gleisen hergestellt werden.

- Überall – ausser bei Weichen – möglich.

- Durch zusammenstecken mehrerer Gleise ist eine beliebige Länge möglich.

- Erfassen jeder Art Fahrzeug, auch abgehängte (verlorene) Wagen. Zustand bleibt immer erhalten.

- Absolut unsichtbar.

- Auswertung mit Standardkomponenten möglich (Fernschalter, S88 Rückmelder etc.).

- Keine beweglichen Teile.

- Man verliert eine Schiene für die Rückleitung (Masse). Dies kann – vor allem bei kleinen Loks – zu vermehrten Kontaktschwierigkeiten führen.
Dieser Nachteil kann mit einer spez. Schaltung allerdings behoben werden. Sehen Sie hierzu die Seite "Superrückmelder".

- Nachträglicher Einbau schwierig.

- Potential gebunden. Der Kontakt (Anschluss der Gleise) wird bei Überfahrt gegen Masse geschaltet. Dies muss die Steuerung beherrschen.

- Die Fahrtrichtung kann nicht bestimmt werden.

- Erkennung nur von Fahrzeugen mit AC Achsen. (Bei DC-Achsen sind die Räder isoliert zueinander, somit kann auch kein Kontakt stattfinden. Dies kann durch Tausch der Achsen oder einfach durch Übermalen der Isolierbuchse mit Silberleitlack korrigiert werden.) 

Nur mit Kontaktgleisen ist eine lückenlose Überwachung der gesamten Anlage möglich. Genau dies ist aber eine der Voraussetzungen für einen reibungslosen Betrieb mit einer automatischen Steuerung.

Thema Kontaktgleise
Weiteres zu diesem Thema sowie eine Anleitung zum Herstellen derselben beim C-Gleis finden Sie auf der Seite Kontaktgleise.
Sehen Sie dazu auch die Seite
"Kontaktgleise ohne Einbussen".

Bei Zweileiter-Anlagen wird in ähnlicher Weise verfahren, allerdings muss hier der Stromfluss detektiert werden. Dies geschieht mittels sog. Stromfühler. Die Fahrzeuge sollten dazu an den Achsen mit kleinen Widerständen bestückt werden, um einen minimalen Stromfluss zu erzeugen (ca. 10kW). Das geht ganz einfach mit SMD Widerstände: einfach den Widerstand auf die Isolierbuchse kleben, dann den einen Anschluss mit Silberleitlack mit der Achse verbinden, den anderen Anschluss mit dem Rad. So erzeugt man gewissermassen einen Leckstrom von weniger als 2mA pro Achse.

Tipp: Kontaktgleise aus M-Gleisen selbst gemacht.

 

Auch mit M-Gleisen lassen sich Kontaktgleise bauen, sogar nachträglich. Allerdings ist mit dieser Methode keine durchgehende Überwachung möglich.
Vorgehen:
1. Schiene an zwei Stellen an einem beliebigen Gleis mit Trennscheibe durchtrennen.
2. Durchgetrenntes Teil lösen. Dies geht ganz einfach mit einem kleinem Schraubenzieher.
3. Gelöstes Schienenstück herausnehmen, in Schrumpfschlauch stecken und mit Industrie-Fön schrumpfen.
4. Gleis zwischen den Laschen mit Schraubenzieher "glätten", d.h. die scharfen Kanten nach unten drücken.
5. Jetzt die Schiene hineinlegen und die Laschen sanft mit einer Zange zurück biegen.
6. Schrumpfschlauch an der oberen Kante mit scharfem Messer wegschneiden.
7. Anschlussdraht auf der Seite der Schiene anlöten (zuvor ein Stück des Schrumpfschlauchs wegschneiden).

FERTIG! Der Anschlussdraht kann an alle gängigen Auswertegeräte (S88 etc.) direkt angeschlossen werden.

Dies ist zwar nur eine Notlösung, funktioniert aber perfekt und ist kaum sichtbar (den Anschlussdraht kann man noch tarnen).

 

Weitere Arten von Rückmeldern

Transponder

Mit dieser Art der Rückmeldung ist wesentlich mehr als nur die Positionserkennung der Lok möglich. Es handelt sich hier um eine Zugerkennung. Es wird also nicht nur erkannt, dass ein Zug passiert, sondern welcher Zug passiert. Dazu wird an jeder Lok eine elektronische "Etikette" angeklebt – wie die Etiketten zur Diebstahlsicherung in Warenhäuser. Diese Etikette besitzt eine 10-stellige Nummer, welche beim Überfahren des Lesegeräts erfasst wird. Da auf einer Anlage nie zwei Loks dieselbe Nummer haben, ist die Lok eindeutig bestimmt.

Weitere Infos dazu siehe beim Hersteller Helmo.

Vorteile Nachteile
- Überall – ausser bei Weichen – möglich.

- Absolut unsichtbar.

- Keine beweglichen Teile.

- Absolute Erkennung.

 

- Absolut unsichtbar.

- Unempfindlich gegen Verschmutzung, auch im Freien verwendbar.

- Kann (meist) problemlos nachträglich eingebaut werden.

- Die Fahrtrichtung kann nicht bestimmt werden.

- Teuer, da eigene aufwendige Steuerung nötig.

- Es wird nur die Zugspitze erkannt.

 

Barcode-Leser

Diese Art von Rückmeldern sind - ähnlich wie die Transponder-Lösung - zur Erkennung des Zuges als absolute Nummer vorgesehen. Vorteile gegenüber der Transponder-Lösung sind die günstigen Etiketten, welche auch selber mittels Laserdrucker hergestellt werden können. Das System hat aber gravierende Nachteile gegenüber der Transponder-Lösung: Sie sind empfindlich auf Verschmutzung. Es muss eine Sichtverbindung des Barcodelesers zum Barcode (Etikette) vorhanden sein – dies schränkt den Einsatzbereich massiv ein (Kurven etc.). Auch diese Lösung ist teuer.

 

Zusammenfassung

Eine Lösung für alle möglichen Aufgaben gibt es nicht. Alle Systeme haben ihre Nachteile. Es gibt aber nur ein einziges Verfahren, um eine lückenlose Überwachung der gesamten Anlage zu erreichen: die Kontaktgleise. Mit diesen ist eine echte Gleisbesetztmeldung realisierbar. Sie sind zudem die billigste Lösung.

Empfehlung: bereits bei der Planung einer Anlage die Gleise und Schienen entsprechend isolieren. Dies kostet nichts; werden die Kontaktstellen später nicht benötigt, hängt man die isolierten Schienen einfach an Masse. Wie das geht sehen Sie hier.

Eine Zugerkennung mit Transponder oder Barcode hört sich wohl schön an, ist aber mit einer Zugverfolgung, d.h. ein PC mit entsprechender Software, überflüssig. Bei der Zugverfolgung wird das Gleisbild im PC grafisch dargestellt. Der Software wird einmalig die Position der Loks und Züge mitgeteilt. Auf Grund der Rückmeldungen weiss die Software dann, wo sich welcher Zug gerade befindet. Bedingungen hierfür sind:

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Lückenlose, zuverlässige Überwachung der gesamten Anlage.

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Der PC muss natürlich über ein geeignetes Interface (Märklin 6051, Intellibox etc.) mit der Anlage verbunden sein.

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Die Daten der Anlage und der Loks/Züge müssen der Software einmalig bekannt gemacht werden.
Entsprechende Software, wie z.B. Railware.

Mehr zum Thema PC-Steuerung finden Sie hier.

     

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Letzte Änderung:

20.05.2003
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