05.09.2017



   

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Decodereinbau bei einer HAG Re 4/4

HAG Loks sind sehr robuste, schöne Modelle mit meist sehr guten Fahreigenschaften. Leider hat HAG relativ spät ihre Wechselstrom-Loks standardmässig mit Digitaldecoder ausgerüstet, so dass auf Börsen oder über Online-Auktionen noch viele reine Analog-Loks angeboten werden.

Die einfachste Möglichkeit zur Digitalisierung ist hier der Einbau eines Decoder für Wechselstrommotoren, da hierbei am Motor nichts umgebaut werden muss. Wie das geht und welche Fahreigenschaften damit zu erzielen sind, erfahren Sie hier.

Diese schöne Re 4/4 II wird digitalisiert (links im Bild eine Re 6/6 aus dem gleichen Haus).

Viele HAG Loks haben eine Leiterplatte im Gehäuse-Oberteil. Diese dient einerseits der der Stromzuführung zu den Lampen vorne und hinten, andererseits zur Umschaltung der Stromzuführung zwischen Oberleitung und Schleifer. Letzteres ist auch der Grund dafür, das die Lok ohne Gehäuseoberteil nicht läuft. Die Leiterplatte wird über fünf Kontakte mit der restlichen Verkabelung verbunden.

So sieht die Leiterplatte in etwa aus.
Die Anschlüsse 1-5 sind wie folgt:
1: Licht
2: Bahnstrom (von Schleifer bzw. Oberleitung)
3: Schleifer
4: Rückleitung Licht
5: Licht

Rechts die fünf Kontaktfedern (spiegelbildlich zur Leiterplattendarstellung!)


Somit sind die Anschlüsse in der Lok geklärt und die Verdrahtung kann beginnen. Zuvor muss aber der Fahrtrichtungsumschalter entfernt werden, dieser wird im Digitalbetrieb nicht mehr benötigt.
 

Als erstes wird der Fahrtrichtungsumschalter samt Verdrahtung entfernt.

Platz für den Decoder hat es genug. Ich habe hier aus einem Stück Leiterplattenmaterial einen Träger hergestellt, welcher an Stelle des Fahrtrichtungsumschalter am Gehäuse angeschraubt wird. Der Decoder kann nun ohne die Gefahr, einen Kurzschluss zu verursachen, mit selbstklebendem Montageband darauf befestigt werden. (Unten ist der Decoder zu sehen.)

 

Verdrahtung

Die Verdrahtung des Decoders ist recht einfach:
Die beiden Litzen braun (Schleifer) und gelb (Radkontakt) habe ich belassen und an den entsprechenden Kontakten angelötet: braun an 3, gelb an Masse. Als Masseanschluss dienen die Nieten, mit welchen die kleine Leiterplatte am Gehäuse befestigt ist.

Die Stromversorgung des Decoders erfolgt  am Kontakt 2 (rot) und Masse. Zum Motor führen drei Litzen: blau und grün an die Feldspule, schwarz zum Motoranschluss. Die Lichtanschlüsse des Decoders werden mit den entsprechenden Kontakte (1 und 5) verbunden. Damit das Licht nicht flackert, wird die Rückleitung (Kontakt 4) durch Trennen der Leiterbahn von Masse getrennt. Jetzt kann die Decoder-Rückleitung (orange) verwendet werden.
 

Hier nochmal die kleine Leiterplatte mit den im Text erwähnten Nummern. Gut zu erkennen ist die Trennung der Leiterbahn unterhalb der Ziffer 4, welche die Rückleitung der Lampen von Masse trennt.

Der fertig eingebaute Decoder. Die Befestigung desselben geschieht entweder mit Montageband (wie hier im Bild) oder mit einem Kabelbinder um die Trägerplatte.


Wie bereits erwähnt, muss für die Probefahrt das Gehäuse aufgesetzt werden, damit die Stromzuführung zum Decoder erfolgt. Alternativ dazu können die Kontakte 2 und 3 mit einem kurzen Kabel mit Krokodilklemmen kurzgeschlossen werden.

Fahreigenschalten

Für diesen Umbau habe ich einen günstigen Decoder gewählt - einen TAMS LD-W-3 (hatte ich gerade herumliegen). Umso mehr war ich über die guten Fahreigenschaften erstaunt. Die Lok fährt relativ ruhig an, bei mittlerer Geschwindigkeit gleitet sie sanft über die Schienen - typisch für den HAG Motor. In den untersten Fahrstufen ist allerdings ein recht deutliches Knarren hörbar.
Der Decoder hat keine Lastregelung. Dies ist hier auch nicht nötig, da die Lok zusammen mit der Re 6/6 in Doppeltraktion als Re 10/10 fahren soll. Die Re 6/6 hat eine Lastregelung, deshalb ist es besser, die zweite Lok ohne Lastregelung zu betreiben, da sich sonst die beiden Regelkreise gegenseitig negativ beeinflussen würden.

     

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Letzte Änderung:

27.05.2006
05.09.2017

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