05.09.2017



   

 Roco Be 4/6


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Umbau einer Roco Be 4/6 auf Digital

Die Be 4/6 gehört nach meiner Meinung zu den schöneren Schweizer Altbauloks. Die freie Sicht auf die Räder, der symmetrische Aufbau, die beiden Antriebsstangen und das optisch lang gezogene Gehäuse verleihen der Lok eine wunderschöne Eleganz.

Eine wirklich schöne Lok. Die Technik dieses Modells ist allerdings etwas veraltet.

Diese Lok wurde nie von Märklin als H0 Modell hergestellt, wohl aber von Roco. Das war allerdings noch zu analog Zeiten. Auf einer Börse habe ich ein sehr gut erhaltenes Exemplar zu einem vernünftigen Preis ergattern können. Die Lok war zwar recht verstaubt, es waren aber keine Teile abgebrochen, das Gehäuse zeigte keine Kratzspuren oder ähnliches.

Zuerst wurde die Lok gereinigt. Dazu habe ich einfach das Plastikgehäuse abgenommen (an beiden Seiten unten mittig das Gehäuse spreizen und nach oben abziehen). Das Gehäuse wurde in warmen Wasser mit Spülmittel und einer weichen Bürste gewaschen. Um Wasserflecken zu vermeiden wurde das Gehäuse anschliessend mit warmen Wasser abgespült und mit Druckluft getrocknet. Es ist schon erstaunlich, aber nach so einer einfachen Operation sieht die Lok fast wieder aus wie neu.

Die Lok wurde für Wechselstrom (Mittelleiter) gebaut. Der erste Test wurde somit mit auf einer analogen Teststrecke durchgeführt. Das Ergebnis war positiv und überraschend: die Lok läuft wirklich sehr gut. Lediglich das rhythmische Geklapper des Schleifers stört. Kein Problem: Zufälligerweise hatte ich noch einen Roco Flüsterschleifer vorrätig. Dieser hat genau die gleiche Länge wie der Originalschleifer. Der Flüsterschleifer unterscheidet sich aber in einem wesentlichen Punkt: Er wird mit einer Litze angeschlossen. Der Originalschleifer dagegen hat Kontakt zur zum Gewindeloch. Ich wollte die Lok nicht drastisch verändern, also habe ich die Schleiferverkabelung belassen und einfach eine neue Halteplatte für den Flüsterschleifer aus Platinenmaterial hergestellt.

Hier ist oben die Originalplatte zu sehen. Unten die aus Kupfer kaschiertem Epoxy (GFK) hergestellte Platte. Diese hat nun durch die Kupferschicht Kontakt zum Schleifer und - durch die Schraube - zur Messingbüchse, an welcher der Mittelleiter "abgenommen" wird. Das selbe von der anderen Seite.
Statt eines Platinen-Stückchens kann auch ein Stück Kupfer- oder Messingblech verwendet werden (ca. 1.5mm Dicke).

So, nun läuft die Lok auf analoger Strecke ruhig und gleichmässig. Jetzt kann sie digitalisiert werden. Damit dies gelingt, muss die vorhandene Schaltung analysiert werden.

Die Innenansicht zeigt die Printplatte der Roco Be 4/6. Rechts ist die Umschaltelektronik angeschlossen.

Die Anschlüsse zum Motor können leicht so verändert werden, dass kein Anschluss mit Masse verbunden ist - eine Voraussetzung für die Digitalisierung aller Loks! Dazu müssen die Kupferlaschen lediglich um 180° gedreht und auf einer Seite die Leiterbahn durchgetrennt werden.

Hier sind die beiden Motoranschlüsse zu sehen. Vergleichen Sie die Position der Kupferkontakte mit dem oberen Bild.

Als nächstes wird die Umschaltelektronik und der Brückengleichrichter komplett entfernt. Damit hat auch das Umschaltrelais keine Funktion mehr.

Der Decoder - ich habe mich für den Uhlenbrock 76500 entschieden - nimmt den Platz ein, der vorher von der Umschaltelektronik beansprucht wurde. Um ein Kurzschluss gegen das Fahrgestell zu vermeiden, wird vorher ein Stück Tonpapier eingelegt. Die Verdrahtung des Decoders ist auf der Decoder-Seite zu sehen.

Unter dem Decoder wird ein Stück Tonkarton eingelegt. Mit dem mitgelieferten Stück Montageband wird der Decoder darauf befestigt und ist dadurch gegen den Lok-Rahmen isoliert.

Anschluss der Lampen

Diese Lok besitzt an beiden Enden jeweils zwei Glühbirnchen, welche in viereckigen Aussparungen im Gehäuse sitzen. Je eine davon ist für das Spitzenlicht und eine für die rote Schlussbeleuchtung. Nur ein Draht führt zu der Metallfeder, welche den Kontakt zu beiden Lämpchen herstellt. Trotzdem brennt immer nur ein Lämpchen. Wie ist das möglich? Die Antwort ist ganz einfach: Zwischen der Feder und den Birnchen sind Gleichrichterplättchen (Selen) vorhanden, welche umgekehrt polarisiert sind. Die Umschaltelektronik liefert nun je nach Fahrtrichtung eine gegenüber Masse positive oder negative Spannung, somit kann nur eines der Lämpchen brennen.

Hier sind die Birnchen versteckt. Unter dem Kontaktblech sitzen die zwei runden Selen-Scheiben.

Nun könnte man dies elektronisch nachbauen und an den Decoder anschliessen. Ich habe mich für eine einfachere Lösung entschieden:

Die Lampen werden zusammen mit dem Kontaktblech und den Selen-Scheiben entfernt. Statt dessen wird eine kleine Leiterplatte mit zwei 19V Birnchen hergestellt, welche exakt in die Aussparung passt. Nun sind die Lämpchen gegen Masse isoliert und können wie gewohnt am Decoder angeschlossen werden.

Hier ist die neue Lampen-Leiterplatte zu sehen (leider etwas unscharf geworden)  ....
... und so passt sie in die Lok.

Ergebnis

Der Decoder scheint mit diesem Motor zumindest mit den Standard-Einstellung nicht so recht klar zu kommen. Die Lok läuft unruhig, speziell in den unteren Fahrstufen. Es können etliche CV Werte verändert werden, um die Fahreigenschaften zu beeinflussen. Dies wird noch etwas Zeit in Anspruch nehmen, wahrscheinlich sogar länger als für den ganzen Umbau. Ein abschliessendes Urteil kann also erst später gemacht werden.

Dieser Lok habe ich in der Zwischenzeit noch neue Stromabnehmer spendiert. Wie dies geht und was das Ergebnis davon ist, lesen Sie auf der Seite Supern.

     

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Letzte Änderung:

  5.06.2004
05.09.2017

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